Steinbergkirche Bärnau

Die Kirche auf dem Perlmutterberg – die Steinbergkirche

Nachdem wir dieses Jahr irgendwie kaum dazu kommen unterwegs zu sein, mussten wir das herrliche Sommerwetter einfach etwas ausnutzen. Wie so oft hat uns der Weg in Richtung der Grenze zu Tschechien geführt. Hier steht, kurz hinter Bärnau und nur wenige Meter vom ehemaligen Niemandsland entfernt, eine katholische Kirche. Die Steinbergkirche, oder in lang: Wallfahrtskirche des gegeißelten Heilands am Steinberg. Im inneren der Mauern, die 1765-1768 vom Baumeister Thomas Mühlmayer errichtet wurden, verbirgt sich eine typische barocke Prunkkirche. Überall verbreiten Gold, Schmuck, Ornamente und Kristallleuchter ihr gewohntes Flair.

Vor der Kirche führt eine lange, um 1800 angelegte Lindenallee den Berg herauf: die Steinbergallee – wie sollte sie auch sonst heißen. Dazwischen verbergen sich die Wegstationen eines Kreuzwegs. Jährlich gibt’s hier wohl eine gut besuchte Wallfahrt. Für deren Teilnehmer wurde hinter der Kirche eine Naturtribüne in den Berg gegraben. Die Kirche und die Wallfahrt haben die Bärnauer nach dem Stadtbrand von 1685 gestiftet. Genauer die Wagner und Schmiede aus Bärnau, was auf einem Gemälde neben dem Eingang der Kirche nachzulesen ist.

Ein Erinnerungsort für die Vertriebenen- hinter der Steinbergkirche

Wenn man um die Kirche herum geht kommt man zu der schon angesprochenen Tribüne. Entlang dieser sieht man immer wieder den blanken Erdboden durch. Und in diesem, wenn man genau hinsieht, jede Menge Perlmuttreste. Das Erbe Bärnaus als Knopfstadt ist wirklich überall zu entdecken. Wobei die Hochphase erst nach dem zweiten Weltkrieg begann und bis in die siebziger und achtizger Jahre reichte. Nach dem Krieg, als infolge der Beneš-Dekrete die Knopfmacher aus den Dörfern in Böhmen fliehen mussten, siedelten sie sich in Bärnau an. Und brachten ihr Fachwissen und ihre Fähigkeiten mit. Die Verbreitung von billigen Knöpfen aus Kunststoff beendete diese Hochphase und Bärnau, dass zu den ältesten Städten Bayerns gehört, verlor schnell an Bedeutung. Wer mehr über die Knopfmachergeschichte erfahren will, dem sei ein Besuch im Deutschen Knopfmuseum nahegelegt.

Die Vertreibung aus der Heimat hat bei vielen Menschen tiefe Spuren hinterlassen und dort, wo sie ihr neues Leben begonnen haben, haben sie sich Erinnerungsorte geschaffen. So auch hier hinter dieser kleinen Kirche, denn hier versteckt sich die nächste Besonderheit auf diesem Hügel: Es gibt ein paar Altäre als Ersatz für die alten Dorfkirchen und eine Stele „Zur Erinnerung an die verlorene Heimat“.

Für die Geocacher gibt’s hier gleich zwei Sachen zu entdecken.
Einen Kurzmulti, der sich mit dem Erinnerungsort der Vertriebenen befasst: https://coord.info/GC60AAF
Und einen Tradi in der Lindenallee: https://coord.info/GC24EK8

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