• Wo früher der Hammer schlug und jetzt nur noch still das Wasser fällt

    Bei der Steinbergkirche kam auch unser guter Freund und seine Familie dazu und, wie so oft, wollte er uns in der Nähe etwa zeigen: einen untergegangenen Hammer und einen Wasserfall. Und wie so oft „ganz nah bei der Straße“ [Ironie aus]. Gut, arg weit war es eigentlich nicht. 500 Meter etwa ging es durch den Wald. An den Resten des Hammerwerks vorbei, entlang der Mies (Mže) flussabwärts. Allerdings war der Weg nur ein Trampelpfad und gute, feste Schuhe wären sehr hilfreich gewesen. Es ging doch über schmale Bretter, die über Wassergräben führten und über einige Felsen und dazwischen hindurch. Vom ehemaligen Eisenhammer Neuhammer, der zur Ortschaft Ringelberg (Horní Výšina) gehörte,…

  • Vom Kloster hinauf auf den Friedhof der Geisterstadt

    Ganz nah beim Kloster Speinshart erhebt sich der Barbaraberg über dem, was vor Jahrhunderten mal ein Sumpfgebiet war. Und ganz oben auf dem Hügel stand bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts hinein eine Wallfahrtskirche: Die Barbarakirche. Und irgendwie steht sie da immernoch. Also zumindest sieht es so aus, als würde sie da stehen. Aber eigentlich steht nur noch die Kirchenfront. Dahinter versteckt sich aber nur noch eine kleine Kapelle – man könnte fast behaupten, auf dem Barbaraberg steht die Kapelle mit der imposantesten Fassade der Oberpfalz. Viel Äußerlichkeit, aber kein Inhalt – ok, jetzt wird’s (kirchen-)politisch. Natürlich wurde das nicht so gebaut. Die erste Kirche hier oben dürfte…

  • Church of Ghosts - Lukova

    Zu Besuch bei den Geistern – Die „Church of Ghosts“

    Nachdem wir gerade irgendwie überhaupt nicht dazu kommen viel unterwegs zu sein, gibt’s mal wieder was „aus der Konserve“. Etwas, dass schon seit 2015 auf der Festplatte liegt und dort eigentlich nur versauert. Also eine Sauerkonserve sozusagen – eine Sauerkonserve mit Begeisterung. Anfang Mai 2015 haben wir die Geisterkirche, die „Church of Ghosts“ im kleinen tschechischen Örtchen Luková besucht. Eigentlich ist es die St.-Georgs-Kirche, aber jeder kennt sie nur als Church of Ghosts. Church of Ghosts? Warum denn das? Die Geisterkirche hat ihren Namen von einem Kunstprojekt erhalten, dass eigentlich auf das verschwinden der christlich Gläubigen in Tschechien aufmerksam machen möchte. Und auf den damit einhergehenden Wandel in der Gesellschaft.…

  • Verlassene Orte – tief drinnen im Berg in tiefdunkler Totenstille – Narwal

    Das Thema „U-Verlagerungen“ taucht hier im Blog immer wieder auf. Diese wahnwitzigen Pläne der Nationalsozialisten sämtliche Rüstungsbetriebe unter die Erde zu verlegen, hat quer durch das damalige Reich ihre Spuren hinterlassen. Allein hier im Landkreis gibt es drei Anlagen (Narwal, Grube Bavaria und eine Unbenannte), die zumindest teilweise unterirdisch verlegt werden sollten. Die beiden großen davon mit jeweils um oder über 10.000 Quadratmeter Produktionsfläche. Und dabei sind die wirklich großen Stollensysteme nicht hier in unserer Gegend, sondern etwa im Erzgebirge oder im Nürnberger Land zu finden. Die Anlage im Örtelsbruch hat mehrere Ebenen und kreuz und quer verbundene Stollen. Auch die vielleicht bekannteste Anlage, das Doggerwerk bei Happurg, ist um…

  • Verlassene Orte – ein Loch im Berg – von der mittelalterlichen Räuberhöhle zum Geilenberg-Programm

    Unser guter Freund hat sich ein neues Buch gekauft. Die Bibel der Untertageverlagerungen in der NS-Zeit, den Wichert. Oder in lang: Das „Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten, Ubootbunker, Ölanlagen, chemischer Anlagen und WIFO-Anlagen des zweiten Weltkrieges“ von Hans Walter Wichert. Beim stöbern in diesem sind wir auf einen kurzen Hinweis gestoßen: Steilwand Egidiberg, Schwandorf/Oberpf. und Geilenberg-Programm. Recht viel mehr stand da nicht. Drei unterirdische Anlagen in direkter Umgebung kannten wir ja schon, aber von etwas in Schwandorf hatten wir noch nichts gehört. Also wurden wir neugierig und gingen auf die Suche. Viel mehr als die paar Brocken war aber leider nicht zu finden. Vor Ort war erstmal auch nichts zu sehen.…

  • Verlassene Orte – Von der Gruft zum Friedhof – Neulosimthal (Jedlina)

    Nach dem wir wieder aus der Unterwelt zurück gekommen waren, wollten wir weiter Richtung Roßhaupt (Rozvadov) um etwas zu Essen zu kaufen. Allerdings kamen wir erstmal nicht so weit. Wir folgten einfach der Straße und entdeckten zufällig gleich noch etwas: links neben der Straße, zwischen ein paar Weidenwiesen, lag ein ummauertes Grundstück zu dem ein schmaler Weg führte. Wie sich herausstellte war es ein Friedhof, der sich hier so einfach zu verstecken versuchte – der Friedhof von Neulosimthal. Der Friedhof, auf dem auch die Gebeine aus der Gruft in Waldheim ihre letzte Ruhe gefunden haben. Vom Ort Neulosimthal selbst ist nichts geblieben, außer dem Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten…

  • Verlassene Orte – Schloss und Gruft Waldheim (Zahájí)

    Nachdem schönes Frühlingswetter uns aus der nichtvorhandenen Winterstarre gelockt hat, ging es an diesem herrlichen Sonntag mal wieder Richtung tschechische Nachbarn. Genauer gesagt, war es wieder eine dieser Spontannachrichten, die uns von unseren sehr guten Freunden erreicht hat, und die uns an diesen interessanten Ort geführt hat. Die grobe Wegbeschreibung hatten wir und ein Treffpunkt war vereinbart. Kurz hinter Georgenberg – in Lösselmühle wollten wir uns treffen. Da gibt es einen Wandergrenzübergang, von dem kommt hier mal irgendwann noch ein Bild dazu. Wenige Meter hinter dem Grenzübergang stand dann schon ihr Auto am Wegrand. Auf den ersten Blick war hier nichts ungewöhnliches zu Entdecken: Ein alter Feldweg, ein größerer Weiher,…

  • Verlassene Orte – Plöss (Plöß/Pleš)

    Unser guter Freund meinte, er wüsste mal wieder ein interessantes Fleckchen für uns. Also ging es hinter Eslarn Richtung tschechische Grenze und etwas drüber hinaus. Der erste Halt war bei den Überresten des Örtchens Walddorf (Valdorf) das hier einmal die Heimat für etwa 200 Menschen war. Mehr als ein paar Steine und den Resten von Kellern ist nicht zu finden – lediglich eine Infotafel erinnert an die Schule des Dörfchens. Einen Geocache gibt es hier auch – dank der Wespen haben wir diesen aber nicht gefunden. Nachdem ein paar Wespenstiche behandelt waren, ging es weiter nach Plöss (vorbei an ein paar skeptisch schauenden Waldarbeitern). Das Forsthaus ist das einzige alte…

  • Verlassene Orte – Obergramling: Ein verlasserner Bauernhof im Rundling

    Wenn man vom Klosterstift Tepl zurück Richtung Marienbad fährt und der Straße mit der Nummer 198 folgt, kommt man nach ein paar Kilometern durch den kleinen Ort Obergramling (Horní Kramolín). Das ist ein kleines Dörfchen mit nur sieben oder acht Häusern. Wenn man sich den Ort auf einem Plan oder auf einem Satellitenbild ansieht, fällt einem jedoch die Form auf, in der die ehemaligen Bauernhöfe zueinander angeordnet sind. Diese Form wird Rundling oder Rundplatzdorf genannt und ist eigentlich nicht typisch für das Egerland. Im Tepler Hochland, dem früher zum Stift Tepl gehörende Gebiet, findet man diese Dorfform anscheinend häufiger. Darüber hinaus gibt es über diesen kleinen Ort leider nicht viel…

  • Verlassene Orte – Paulusbrunn, oder: im Perlmuttdorf

    Kurz hinter der deutsch-tschechischen Grenze, in der Nähe von Bernau, erstreckt sich nördlich der Straße ein jüngeres Waldgebiet. Es ist gut 70 Jahre alt, dieses Waldstück, und wenn man dort hindurch streift, findet man jede Menge überbleisel der früheren Besiedlung. Besonders auffällig sind die Unmengen an Muschelschalenstücken, die man finden kann. Und ich diesen Stücke fehlen meistens mehrere kreisrunde Teile. Der Ort hieß früher einmal Paulusbrunn (Pavlův Studenec) und war die Heimat von über 1400 Menschen. Heute erinnert nur noch der Friedhof an diese Gemeinde. Der Rest wurde irgendwann 1945 abgerissen und eingeebnet, bis nichts mehr zu sehen war. Brunnen und Keller findet man noch – Löcher im Boden, die…