Wo früher der Hammer schlug und jetzt nur noch still das Wasser fällt

Bei der Steinbergkirche kam auch unser guter Freund und seine Familie dazu und, wie so oft, wollte er uns in der Nähe etwa zeigen: einen untergegangenen Hammer und einen Wasserfall. Und wie so oft „ganz nah bei der Straße“ [Ironie aus]. Gut, arg weit war es eigentlich nicht. 500 Meter etwa ging es durch den Wald. An den Resten des Hammerwerks vorbei, entlang der Mies (Mže) flussabwärts. Allerdings war der Weg nur ein Trampelpfad und gute, feste Schuhe wären sehr hilfreich gewesen. Es ging doch über schmale Bretter, die über Wassergräben führten und über einige Felsen und dazwischen hindurch.

Vom ehemaligen Eisenhammer Neuhammer, der zur Ortschaft Ringelberg (Horní Výšina) gehörte, ist nicht mehr viel zu sehen. Einige Mauerreste im Boden sind zu erkennen. Die Mauer, an der sich wohl irgendwann mal das Mühlrad drehte steht noch neben dem Wassergraben. Der letztere lässt sich auch noch gut verfolgen. Mehr ist nicht zu sehen – der Hammer ist bereits 1937 abgebrannt und wurde nie mehr aufgebaut. Die Familie Kaßeckert, die dort bis dahin lebte, ist heute noch sehr aktiv in der eigenen Ahnenforschung und hat sich sehr intensiv auch mit der Herkunft aus dem Tachauer Kreis beschäftigt.

Der Reichenbach-Wasserfall

Einige hundert Meter nach dem Hammer, immernoch entlang der Mies – die hier früher Reichenbach hieß – kamen wir zu dem, was auf Tschechisch Vodopád Branka heißt. Dahinter verbirgt sich ein schöner kleiner Wasserfall – wenn man die Leute etwas verwirren möchte, kann man ihn ja einfach Reichenbachfall nennen (Dann können sie etwas Sherlock Holmes-mäßig als Geschichtsdetektive betätigen). Erst springt die Mies, oder eben der Reichenbach, über einige kleine Absätze. Vielleicht 20 oder 30 Zentimeter hoch. Schlängelt sich durch ein wildes, schmales Tal und fällt dann gut zwei, vielleicht drei Meter, über hohe Felsblöcke hinunter, bevor sie sich wieder still und gemächlich weiter durch den Wald windet und über kleine Steine gurgelt.

Wer den Wasserfall gefunden hat, hat auch einen der Drehorte für einen tschechischen Märchenfilm von 2001 gefunden: Z pekla štestí 2 – Aus der Hölle des Glücks 2 (so übersetzt es zumindest google). Des nächtens wird in dem Film hier ein Baby, frei nach Moses, in einem Korb am Wasserfall ausgesetzt. Der Film selbst scheint ziemlich mies zu sein – und das ist kein Wortspiel mit dem Flussnamen.

Ein paar zusätzliche Infos

http://www.kasseckert.name/

http://www.ringelberg12.de/chronik/

https://de.wikipedia.org/wiki/Horn%C3%AD_V%C3%BD%C5%A1ina

Für Geocacher gibt’s auch hier was zu finden: https://coord.info/GC3P4DA

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Gardevias
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