Lost Place

  • Verlassene Orte: Das Schloss von Oschelin

    Ok, ganz verlassen ist der Ort nicht. Das heutige Ošelín, früher Oschelin, hat noch etwas über 100 Einwohner, aber der ganze Ort ist vom Verfall gekennzeichnet. Besonders jedoch das Schloss, das irgendwann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf den Kellern und Resten eines Vorgängerbaues errichtet wurde. Johann Gottfried Sommer gibt in seinem statistisch-topografischen Werk über das Königreich Böhmen an, dass es von Franz Joachim Freiherr von Schirnding 1786 „ganz neu erbaut worden“ ist.  Der Ort selbst wurde 1379 erstmal erwähnt – damals war es ein Gut des Ritters Ulrich von Oselin. Das Schloss liegt mitten im Ort, das Rathaus ist direkt daneben (wahrscheinlich auch ein Gebäude, das zum…

  • Verlassene Orte – die Anfänge einer NS-Untertage-Verlagerung

    Als immer deutlicher wurde, dass die Alliierten die Rüstungsindustrie in Deutschland durch Luftangriffe immer mehr schwächen und fast vernichten könnten, haben die Nazis eilig begonnen, die wichtigsten Betriebe unter die Erde zu verlagern. Oft wurden dafür schon bestehende Stollen und Keller ausgebaut und erweitert. So entstanden hunderttausende Quatratmeter Produktionsflächen unter der Erde. Die Arbeiten mussten fast ausschließlich Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge machen – ohne Rücksicht auf deren Leben. Vor ein paar Wochen wollte uns ein sehr, sehr guter Freund etwas zeigen: Einen Eingang, der mit Sand fast ganz zugeschüttet war. An einer Stelle, wo er nicht sein sollte, nicht unbemerkt, nicht undokumentiert. Beim Durchkämmen des Geländes fanden wir noch einen zweiten…

  • Ein Hafendeck in der Oberpfalz?!

    Bei uns in der Oberpfalz gibt es vieles, womit man nicht rechnen würde, aber ein Hafendeck? Kleine Flusshäfen entlang der Donau, ok. In Regensburg den größeren Binnenhafen auch an der Donau – die ist ja schließlich eine große Wasserstraße und verbindet durch den Rhein-Main-Donau-Kanal die Nordsee mit dem Schwarzen Meer. Aber in der nördlichen Oberpfalz? Hier gibt es zwar tausende von kleinen Weihern, in denen meistens Karpfen gezüchtet werden, und die Naab und ihre vielen kleinen Zubringer durchziehen die Landschaft, aber einen Hafen? Ein Hafendeck? Wenn man bei google danach sucht, kriegt man einige Treffer auf Sylt und halt im Norden und zwei Orte in der Hofer Gegend – Hof?…

  • Im Land der Steinbrüche

    Ich habe es noch nie so bewusst wahrgenommen, aber der Boden der ganzen nördlichen Oberpfalz ist von Steinbrüchen, Sandgruben und Bergwerken aufgerissen und zernarbt. Im Bereich der Naab und deren Nebenflüße sind es überwiegend Sandgruben. Richtung Westen, bei Hirschau, sind es die rießigen Kaolingruben. Bei Freihung wurde unterirdisch Bleierz abgebaut. Bei Steinfels wurde in Stollen Pegmatit gewonnen – die Nazis haben daraus ihre U-Verlagerung Narwal gemacht. Bei fast jedem Ort gab es Lehmgruben um Ziegel herstellen zu können. Im Bereich von Oberviechtach wurde Gold geschürft, auch in Stollen und Bergwerken – Silber kann man ebenso an einigen Stellen finden. Glimmer wurde genauso abgebaut wie Speckstein. Nicht zu vergessen, das KTB…

  • Verlassene Orte – Der jüdische Friedhof von Langendörflas

    Langendörflas (Dlouhý Újezd) ist auch eine dieser Gemeinden entlang der Grenze zwischen Bayern und Tschechien, die früher für lange Zeit eine deutschsprachige Bevölkerung hatten. Der Ort selbst wird immernoch bewohnt und gepflegt. Über die Geschichte, den Ursprung und die Entwicklung des Ortes, findet man leider recht wenig Informationen. Er wurde 1361 das erste mal erwähnt und hatte schon immer enge Beziehungen zu Tachau (Tachov), das nur wenige Kilometer entfernt ist. Das interessante an diesem Fleckchen ist die jüdische Gemeinde, die es dort einmal gab. Von etwa 1750 bis 1910 lebte dort eine größere Anzahl an jüdischen Familien. Es gab einen eigenen Tempel und eben auch einen Friedhof, der von 1780…

  • Verlassene Orte – Purschau

    Im Post vom 27. März 2016 zeige ich schon ein paar Bilder aus dem Ort Neuhäusel. Einem der Orte in den ehemals deutsch besiedelten Gebieten in Böhmen, die nach 1945 verlassen und aufgegeben wurden. Purschau (heute Pořejov – gegründet um 1275) ist ein anderer dieser Orte. Wie auch in Neuhäusel ist, außer der Kirche und dem Friedhof, nicht viel geblieben was es zu sehen gibt. Purschau hatte ursprünglich sogar zwei Kirchen: die Bartholomäuskirche und die Wallfahrtskirche St-Anna. Die letztere liegt ein gutes Stück außerhalb des Ortes auf einem Hügel. Dadurch hat sie wahrscheinlich überlebt, denn der Ort selbst, die andere Kirche und auch ein kleines Schloss, das es einmal gab,…

  • Ich glaub ich steh vorm Schloss…

    Wenn man durch Mantel fährt und an der richtigen Stelle, beim Marktplatz, rechts oder links, je nach Herkunftsrichtung, abbiegt, kommt man an einem Gebäude vorbei, das doch eher unauffällig erscheint. Von vorne sieht man nur eine blas-blaue Holztüre in einem Gebäude, das recht runtergekommen wirkt. Wenn man allerdings anhält, aussteigt und etwas seitlich über den Gartenzaun schaut, merkt man, dass sich hier doch etwas anderes versteckt. Denn dann sieht man die Größe des Gebäudes, das Wappen über dem Eingang und auch die Hinweistafel an der Vorderseite kann man dann in Ruhe lesen. Dort erfährt man, dass das hier kein einfacher Bauernhof ist: es ist ein ehemaliges Forsthaus und Jagdschloss der…

  • Verlassene Orte – Neuhäusel

    Entlang der Grenze zu Tschechien gibt es eine ganze Reihe von verlassenen Orten und Dörfern. Die ehemalige deutsche Bevölkerung, die Sudeten, wurde hier nach 1945 vertrieben. Zurück blieben Häuser, Straßen, Ställe, Brunnen, Keller, Kirchen und Friedhöfe. Teils wurden die Orte von der tschechischen Bevölkerung wieder neu besiedelt. Aber viel Orte blieben einfach leer und sind über die Jahre verfallen – oder wurden absichtlich zerstört. Das einzige, was man davon heute noch sieht, sind die Kirchen und die Friedhöfe. Seit dem Ende des Eisernen Vorhangs haben Nachkommen, Angehörige und Bewohner angefangen, zumindest diese Orte des Andenkens zu bewahren und wieder etwas herzurichten. Vieles ist zwar verloren, einiges aber erzählt noch von…

  • Verlassener Bauernhof mitten in Miesbrunn

    Nachdem der Wetterversager ein Wochenende mit ziemlich miesem Wetter angekündigt hatte, mussten wir einfach nochmal los und die wunderbare Februarsonne ausnutzen. Neben einem Multi-Cache, den wir schon im letzten Jahr angefangen hatten und dessen Final uns zu einem Burgstall („Schanzel“) in der Nähe von Waldau führte, waren wir auch noch um Pleystein herum unterwegs. Östlich oberhalb von Pleystein liegt der kleine Ort Miesbrunn – dort ist auch dieses Foto entstanden: http://blog.edv-pm.de/?p=632. In Miesbrunn, direkt neben der Kirche, liegt dieser verlassene Bauernhof. Ein Deckenbalken trägt die Jahreszahl 1788. Schade, dass hier ein tolles Gebäude, dass man sicherlich wunderbar wieder herrichten könnte, einfach so mitten im Ort verfällt…  

  • Ich glaub, ich steh im …

    … Burggraben. Sonntagmittag, graues Wetter, aber eingiermaßen trocken. Der Tisch im Gasthaus ist für 13:45 Uhr reserviert – vorher war nichts frei. Warum? Weil der „Sonnenhang“ in Kaimling ein echt gutes Gasthaus ist – gutbürgerliche Küche mit gehobenem Anspruch, aber zu Preisen, bei denen man nicht meckern kann. Ach ja – Burggraben! Wir hatten noch etwas Zeit und wollten uns etwas in der Gegend umschauen. Caches waren keine in der Nähe, die wir nicht schon gefunden hatten. Wir waren wie so oft mit zwei Autos etwas unterwegs – die WalkieTalkies sind da dann auch immer dabei. Erst nach Roggenstein, an den Überresten der Burg im Ort vorbei. In den Keller,…