Verlassene Orte: Das Schloss von Oschelin

Ok, ganz verlassen ist der Ort nicht. Das heutige Ošelín, früher Oschelin, hat noch etwas über 100 Einwohner, aber der ganze Ort ist vom Verfall gekennzeichnet. Besonders jedoch das Schloss, das irgendwann in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf den Kellern und Resten eines Vorgängerbaues errichtet wurde. Johann Gottfried Sommer gibt in seinem statistisch-topografischen Werk über das Königreich Böhmen an, dass es von Franz Joachim Freiherr von Schirnding 1786 „ganz neu erbaut worden“ ist.  Der Ort selbst wurde 1379 erstmal erwähnt – damals war es ein Gut des Ritters Ulrich von Oselin. Das Schloss liegt mitten im Ort, das Rathaus ist direkt daneben (wahrscheinlich auch ein Gebäude, das zum Schloss gehörte). Direkt oberhalb ist ein Betrieb, der scheinbar landwirtschaftliche Dienstleistungen anbietet. Irgendwann hat scheinbar jemand einen Haufen „alter“ Keramik im Schloss abgeladen. Als dann das Dach einstürzte, hat man das Gebäude notdürftig mit Planen abgedeckt und diese einfach mit Krügen aus diesem „Müll“ beschwert und außen, zum Spannen, angebunden. Geholfen hat es nicht viel, die Krüge sind zwar teilweise noch heile, aber die Plane hängt nur noch in Fetzen herab. Inzwischen sind auch viele Geschossdecken eingestürzt – bis hinab in den Keller. Balken und Schutt liegen kreuz und quer. Lediglich die gemauerten Kamine stehen noch hoch über die Außenwände hinaus.

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