Von der Weißenbacheiche und einem Burgstall

Vor einer ganzen Weile habe ich schon mal was über den Markt Mantel und die beiden dortigen Schlösser geschrieben. Nun, gerade einmal gut zwei Kilometer neben Mantel liegt das Örtchen Rupprechtsreuth. In diesem, man mag es kaum glauben, steht das nächste Schloss. Aber das ist noch nicht alles: Wenn man von Rupprechtsreuth aus einem Feldweg Richtung Südosten in den Wald folgt, steht man auf einmal vor einer herrlichen, großen Eiche – die sogenannte Weißenbacheiche. Wenn man jetzt wieder noch etwa 60 Meter weiter dem Waldweg folgt, findet man ein Hinweisschild auf das sogenannte „Schlössel“. Aber eines nach dem anderen.

Hier im Wald hinter Rupprechtsreuth wurde wohl irgendwann in den letzten 40 Jahren ein Trimm-Dich-Pfad angelegt. Der Parkplatz dazu ist direkt am Waldrand und einfach zu erreichen. Wenn man von dem Parkplatz aus 20 Meter dem Weg in den Wald folgt, steht man dirket vor der Weißenbacheiche. Dieser Baum soll an die 250 Jahre alt sein und sein Stammumfang beträgt 4,9 Meter. Der oberpfälzer Heimatforscher Bernhard Weigl schreibt in einem Artikel in der Ausgabe 45 der „Oberpfälzer Heimat“, dass dieser Name wohl noch recht neu ist und der Baum usprünglich Großvater oder Großmutter hieß. Es gab also zwei Bäume, Großvater und -mutter, die hier in der Nähe wohl gemeinsam standen. Der Name Weißenbach stammt von einer ehemaligen Siedlung, die aber wohl wo ganz anders lag und schon seit Jahrhunderten verschwunden ist.

Wie man an den Bilder erkennen kann, war ich diese Woche zwei mal an diesem schönen Fleckchen. Einmal nachmittags bei herrlichem Frühlingswetter – während ich es genossen habe, in der Sonne zu sitzen, hat sich meine Partnerin mit der Cacherunde amüsiert. Den Final haben wir dann zwar beide gesucht, aber bislang nicht gefunden. Beim zweiten Mal war ich alleine hier um ein paar Bilder zu machen: Nebel, Wald und Sonnenaufgang – besser geht’s nicht für schöne Bilder.

Wenn man nun dem Waldweg Richtung Südosten weiter folgt, kommt man eben nach nur etwa 50 oder 60 Metern am Hinweisschild zum „Schlössl“ vorbei. Bei diesem handelt es sich um eine mittelalterlichen Turmhügelburg – auch als Motte bekannt. Diesen Typ einer „Kleinstburg“ gab es hier bei uns sehr oft – und man findet ihn über ganz Europa verteilt. Was heute als „Schlössl“ bekannt ist, hieß ursprünglich Sonwartenreuth. Dies hat zumindest der, schon erwähnte, Heimatforsch Weigl so ermittelt. Er konnte in alten Karten die entsprechenden Flurbezeichnungen nachweisen und somit dem Ort den Namen zuweisen. Woher nun der Name kommt, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen, aber er lässt so einiges an Raum für Interpretationen. Zur Burg gehörte auch der Ort Sonwartenreuth und ein Wirtschaftshof für die Burgherren müsste auch vorhanden gewesen sein. Bislang gab es dort jedoch noch keine archäologischen Untersuchungen und somit ist alles nur eine „Theorie“.

Wie oben schon geschrieben, gibt’s hier eine nicht ganz so leichte Cacherunde: https://coord.info/GC1VDVB

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Gardevias
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